Für die Eltern war es ein schwerer Schicksalsschlag, einen blinden Sohn zu bekommen. Sie hatten keine Ahnung, wie sie ihrem Erstgeborenen helfen oder ihn unterstützen sollten. Das Leben, das der Bub aus Äthiopien fast sechs Jahre lang führte, war sehr eingeschränkt: Er verließ nie die kleine Hütte der Familie, außer um auf die Toilette zu gehen. Doch selbst dorthin musste er von seiner Mutter oder seiner kleinen Schwester begleitet werden.
Rehabilitation durch Orientierungstraining
Vor zwei Jahren wurde der Bub im Gemeindenahen Rehabilitationsprogramm von Gondar aufgenommen. Seitdem kommt Rehabilitationshelfer Worku Asrat mehrmals pro Woche zur Familie von Gebremeskel. Als erstes trainierte er den Buben in Mobilität und Orientierung. Heute bewegt er sich nicht nur sicher innerhalb der Hütte, er findet sich mit Hilfe seines Stocks auch im kleinen Garten zurecht. Sogar einige Schritte vor das Grundstück traut er sich mittlerweile.
Bildung ist möglich
Seit einigen Monaten unterrichtet Worku Asrat den Buben nun auch in Braille (Blindenschrift). Die Schule ist noch zu weit für die unsicheren Schritte. Mit großem Eifer geht Gebremeskel an sämtliche Übungen heran. Unterstützt wird er nicht nur von seinem Rehabilitationshelfer, sondern auch von seiner gesamten Familie.
Gebremskel bewegt sich schon sicher ums Haus.
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Rehabilitationshelfer Worku Asrat lehrt Gebremskel die Blindenschrift (Braille).
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Mit unterschiedlichen Körnern trainiert Gebremeskel seinen Tastsinn.
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