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„Behinderte Kinder in Entwicklungsländern zählen zu den schwächsten Bevölkerungsgruppen überhaupt. Sie bleiben oft ein Leben lang von ihrer Familie abhängig und werden aus Scham vor dem sozialen Umfeld versteckt. Die Chance auf medizinische Betreuung und Rehabilitation, auf einen Schulbesuch oder gar eine Berufsausbildung ist gleich Null. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, diesen Kindern eine Lebensperspektive zu geben und bieten als erste österreichische Hilfsorganisation Patenschaften ausschließlich für behinderte Kinder in Afrika an“; erklärt Mag. Rupert Roniger, Geschäftsführer von ,Licht für die Welt’.

Patenschaft für monatlich 25 Euro

Die Rehabilitation behinderter Kinder ist ein langfristiger Prozess, der sich meist über mehrere Jahre erstreckt und deshalb auch eine dauerhafte Unterstützung benötigt. Monatlich 25 Euro ermöglichen die Betreuung eines behinderten Kindes im Rahmen von Gemeindenahen Rehabilitationsprogrammen in Burkina Faso oder Äthiopien. „Wir fördern die Kinder medizinisch und rehabilitativ, verschaffen ihnen Zugang zu Grundbildung und setzen uns für ihre Integration im Dorf, in der Schule und in der Gemeinschaft ein“, umreißt Roniger den Auftrag und die Herausforderungen an das Patenschaftsprogramm. „Wir haben uns ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis zum Internationalen Weltkindertag am 20. September wollen wir 100 Patinnen und Paten zum Wohle ebenso vieler Kinder gewonnen haben“, kündigt Roniger an.

Behinderung in der Dritten Welt stellt das Überleben in Frage

Soeben von einem Hilfseinsatz in Burkina Faso, dem zweitärmsten Land der Welt, zurückgekehrt ist die österreichische Rehabilitations-Expertin Univ.-Prof. Dr. Veronika Fialka-Moser, Vorstand der Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation am Wiener AKH: „Die Unterstützung im Rahmen von Rehabilitation reicht von Operationen und verschiedenen Therapien bis hin zur Anpassung von Prothesen und Ausstattung mit Mobilitätsbehelfen wie Rollstühlen und Blindenstöcken. Das ist konkrete Hilfe zur Selbsthilfe.“ Zugang zu Rehabilitation werde in der Dritten Welt auch zu einer Frage des Überlebens, weiß Fialka-Moser aus Erfahrung: „Behinderte Kinder in Entwicklungsländern werden von ihrem sozialen Umfeld isoliert. Ihre beste Chance auf ein Überleben erhalten sie mit der Möglichkeit, so viele Alltäglichkeiten wie möglich so selbständig wie möglich zu erledigen.“

Wunder wahr werden lassen

„Für viele Eltern ist es wie ein Wunder, wenn ihr Kind, das bisher vollständig auf ihre Pflege angewiesen war, durch Hilfe von außen eine gewisse Selbständigkeit und damit eine gute Lebensqualität erreicht“, weiß Chris Lohner, seit vielen Jahren ehrenamtlicher Good Will Ambassador für ,Licht für die Welt’ von ihren zahlreichen Hilfseinsätzen in Entwicklungsländern zu berichten. „Wir in den industrialisierten Ländern haben die moralische Verpflichtung, den ärmsten Kindern der Welt zu helfen, denn ohne nachhaltige Unterstützung haben sie keine Chance auf ein erfülltes Leben“, so Lohner.

Gemeindenahe Rehabilitation: Förderung, Aufklärung, Integration

Eine Patenschaft kommt nicht nur dem Kind, sondern auch seiner Familie und der ganzen Dorfgemeinschaft zugute: Das Kind wird gefördert, die Familie entlastet und die Dorfgemeinschaft über Ursachen von Behinderungen aufgeklärt. Dies passiert in Programmen der Gemeindenahen Rehabilitation, in deren Rahmen einheimische Mitarbeiter Familien mit behinderten Kindern besuchen. Mögliche Entwicklungsschritte und –ziele des Kindes werden besprochen. Die Eltern erlernen Übungen zur Förderung des Kindes entsprechend seiner speziellen Bedürfnisse, gemeinsam werden die Fortschritte bewertet. Im Sinne der Integration behinderter Kinder sind wesentliche Bestandteile dieser Programme auch die Sensibilisierung und Einbeziehung des sozialen Umfelds – der Kernfamilie, der Verwandten, der Gemeinde.
Am Podium bei der Pressekonferenz: Rupert Roniger, Chris Lohner, Veronika Fialka-Moser, Dietmar Dahmen,  Rainer Friedl

Am Podium bei der Pressekonferenz: Rupert Roniger, Chris Lohner, Veronika Fialka-Moser, Dietmar Dahmen, Rainer Friedl

Links: Kind nach einer Operation am Klumpfuß, rechts: Chris Lohner

Chris Lohner mit einem Kind, das eine Operation am Klumpfuß hinter sich hat

Maudest

In einem von LICHT FÜR DIE WELT unterstützten Projekt in Burkina Faso hat Maudest einen Rollstuhl bekommen.


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