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Interview Hanna Jovanovic

Saturday, May 7th, 2011
Hanna Jovanovic mit der siebenjährigen Madima, die in einem von LICHT FÜR DIE WELT unterstützten Gemeindenahen Rehabilitationsprogramm betreut wird.

Hanna Jovanovic mit der siebenjährigen Madima, die in einem von LICHT FÜR DIE WELT unterstützten Gemeindenahen Rehabilitationsprogramm betreut wird.

Hanna Jovanovic, seit 5 Jahren ehrenamtliches Vorstandsmitglied von LICHT FÜR DIE WELT, war vor Kurzem auf Projekteinsatz in Burkina Faso. Für die ausgebildete Physiotherapeutin war es die erste Reise nach Afrika und der erste Besuch in unseren Projekten. Ihre Eindrücke hat Hanna Jovanovic nach der Reise in einem kurzen Interview mit mir geteilt:

Was hat dich in Burkina Faso besonders beeindruckt?
Begeistert hat mich die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen und das Engagement aller Beteiligten. Von den Augenärzten bis hin zu den Büroangestellten waren die einheimischen MitarbeiterInnen von LICHT FÜR DIE WELT mit großer Motivation bei der Sache!

Wie hast du die Kultur und die Menschen des Landes erlebt?
In Burkina Faso herrscht ein ganz anderes Zeitgefühl, in vielen Dingen liegt eine unglaubliche Ruhe. Obwohl unser Programm sehr dicht war, ist nie Hektik entstanden.

Was von der Reise nimmst du für deine Arbeit als Physiotherapeutin mit?
Was für ein Privileg es ist, eine Physiotherapie zu bekommen und wie viel man mit wenig Therapiemöglichkeiten erreichen kann, wenn man Angehörige von behinderten Kindern aufklärt, schult und einteilt. In den Projekten von LICHT FÜR DIE WELT übernehmen Eltern einen sehr großen Teil der Physiotherapie. Die RehahelferInnen besuchen die Kinder zwar und zeigen der Familie Übungen, es liegt aber an den Eltern, diese mit den Kindern regelmäßig durchzuführen.

Wie beurteilst du die Situation behinderter Kinder in Burkina Faso?
Ich habe nur Kinder in den Projekten von LICHT FÜR DIE WELT kennen gelernt und dort hatte ich das Gefühl, sie werden von ihren Familien gefördert und erhalten Aufgaben, was in Afrika sehr wichtig ist! Ich hatte das Gefühl, dass die bewusstseinsbildenden Maßnahmen der Gemeindenahen Rehabilitationsprogramme von LICHT FÜR DIE WELT Wirkung zeigen.

Wie beurteilst du die therapeutischen Maßnahmen in unseren Projekten im Vergleich zu österreichischen Therapieformen?
Die Therapieformen sind meist die gleichen! Nehmen wir als Beispiel ein Kind mit Zerebralparese, das seine Beine wegen hoher Spasmen nicht bewegen kann: In Österreich wird dieses Kind auf einem elektrischen Stehbrett stehen, in Burkina Faso bindet man das Kind an eine Säule. Die Wirkung ist die gleiche, nur die Mittel sind andere. Es ist im Prinzip egal, ob ein Gehbarren selbst geschnitzt ist oder von einer europäischen Firma hergestellt wird. Der Effekt ist derselbe.

Gibt es ein Kind, das dich besonders beeindruckt hat?
Ja, die siebenjährige Madima. Sie hat Zerebralparese und konnte bis im Alter von 6 Jahren nicht laufen. Nach einem halben Jahr Therapie und nur 4 Besuchen des Rehahelfers konnte sie gehen. Heute kann Madima die Schule besuchen und begleitet ihre Mutter zum Markt. Ich habe mit Madima einige physiotherapeutische Übungen gemacht. Sie ist sehr offen auf mich zugegangen und wir haben uns ohne Worte verstanden. Das war ein sehr schönes und beeindruckendes Erlebnis für mich.

Du bist selbst Kinderpatin bei LICHT FÜR DIE WELT, was sind deine Beweggründe?
Ich möchte Kindern mit Behinderungen Rehabilitation ermöglichen und damit ein selbständiges Leben! Ich finde es schlimm, dass Kinder nicht die Therapie bekommen, die sie brauchen. Eine Patenschaft bei LICHT FÜR DIE WELT hilft Kindern, die sonst keine Chance auf Rehabilitation hätten.

Lichtreise nach Mosambik

Monday, March 7th, 2011

Erst letzte Woche bin ich von einer Projektreise aus Mosambik zurückgekehrt. In Beira, der zweitgrößten Stadt des ostafrikanischen Landes, habe ich unser Gemeindenahes Rehabilitationsprogramm besucht und war sofort begeistert von der Arbeit, die die einheimischen MitarbeiterInnen von LICHT FÜR DIE WELT dort tagtäglich leisten. RehahelferInnen gehen im Stadtteil Macurungo von Haus zu Haus und suchen dort Kinder mit Behinderungen, um sie anschließend therapeutisch zu betreuen. Viele der RehahelferInnen haben selbst eine Behinderung und kennen daher die Bedürfnisse und Stärken der Kinder besonders gut. Einer von ihnen ist Martinho Daniel. Aufgrund einer Krankheit, wahrscheinlich Polio, kann er seine Beine kaum bewegen. Dank seines eisernen Willens lernt Martinho trotzdem zu gehen, besucht gegen den Willen seiner Familie die Schule und kommt mit 20 Jahren nach Beira, mit dem Ziel behinderten Kindern durch Rehabilitation ein neues Leben zu ermöglichen.

Martinho mit unserer Bildungsreferentin Martina Klausner, die mich auf der Projektreise nach Mosambik begleitet hat!

Martinho mit unserer Bildungsreferentin Martina Klausner, die mich auf der Projektreise nach Mosambik begleitet hat!

Eines der Kinder die Martinho betreut ist der 5jährige Frank. Er hat Fehlstellungen an den Füßen und konnte daher nicht laufen lernen. Seit zwei Jahren arbeitet Martinho nun mit ihm und Frank macht riesige Fortschritte. Am Barren kann der Bub heute schon selbstständig gehen. Auch die Schule kann er besuchen. Frank war wirklich ein Strahlemann und hat uns sofort mit seinem Charme verzaubert. Wenn er weiter so ehrgeizig übt, wird er sich bald ganz ohne Hilfe fortbewegen können.

An diesem Barren übt Frank täglich zu gehen

An diesem Barren übt Frank täglich zu gehen

LICHT-Reise

Friday, March 19th, 2010
Patrick Hafner, Referent für Großspenderkommunikation Licht für die Welt

Patrick Hafner, Referent für Großspenderkommunikation Licht für die Welt

Patrick Hafner, Referent der Großspenderkommunikation bei LICHT FÜR DIE WELT, ist vor Kurzem von einem Projekteinsatz in Äthiopien zurückgekehrt. Gleich nach seiner Ankunft hat er die Patenschaft für ein behindertes Kind in Äthiopien übernommen. Wie er Äthiopien und unsere Projekte vor Ort erlebt hat, erzählt er exklusiv auf unserem Blog!

Wie hast du Äthiopien empfunden?
Natürlich ist die Qualität der Infrastruktur in Äthiopien nicht vergleichbar mit jener in Europa und gerade in ländlichen Gebieten ist die Lebenssituation noch sehr ärmlich. Doch das Land besticht durch seine freundlichen, offenen Menschen und die wunderschöne Landschaft. Auch hatte ich stets das Gefühl, „da tut sich was“.

Wie ist die Situation für Kinder mit Behinderungen in Äthiopien?
Oft werden Kinder mit Behinderungen von ihren Eltern versteckt. Ich durfte aber einige Kinder kennenlernen, die in ihren ersten Lebensjahren völlig isoliert lebten und nun dank unserer Projekte sehr gut in ihr soziales Umfeld integriert sind und Lebensfreude ausstrahlen.

Welche Projekte für Kinder mit Behinderungen habt ihr besucht?
Wir haben das Rehabilitationsprogramm in Arba Minch, im Süden des Landes besucht. Sehr beeindruckt hat mich die Breite des Gemeindenahen Rehabilitationskonzeptes. Behinderte Kinder werden zunächst identifiziert, dann wird in Gesprächen mit den Eltern herausgefunden, welche Stärken und Schwächen das Kind hat. Die Stärken werden dann gefördert und neue Fähigkeiten erlernt. Die ganze Gemeinschaft wird in den Prozess der Rehabilitation miteinbezogen, um ein Bewusstsein für die Bedürfnisse und Fähigkeiten von Kindern mit Behinderungen zu schaffen.

Welcher Moment oder welches Kind hat dich besonders beeindruckt?
Emotional besonders beeindruckt hat mich der zehnjährige Tamiru. Er kam mit Klumpfüßen auf die Welt, ein Bein musste dem Jungen bereits amputiert werden. Doch trotz seines schweren Schicksals strahlte Tamiru bei unserer ersten Begegnung und versprühte eine so starke Lebensenergie. Das hat mich tief bewegt.

Du hast gleich nach deiner Rückkehr eine Kinderpatenschaft übernommen. Wieso?
Mir war das Konzept der Gemeindenahe Rehabilitation schon vor meiner Abreise bekannt, aber ich dachte nicht, dass mich die Projekte emotional so stark berühren. Beeindruckt hat mich auch wie umfassend die Programme sind. Dazu fällt mir die Geschichte von Belayinesh ein: Das Mädchen ist an Zerebralparese erkrankt (Anm. nähere Infos zu Zerebralparese findet man/frau im Blogeintrag vom 26.2.2010). Bis das Mädchen 8 Jahre alt war, lebte es verwahrlost ohne Zuwendung in der Hütte ihrer Eltern, konnte nur am Boden kriechen. Als der Rehabilitationshelfer auf das Mädchen aufmerksam wurde, begann er erst mit Bewusstseins bildenden Maßnahmen in der Familie. Dann wurde mit einkommensschaffenden Maßnahmen für die Eltern begonnen. Der Mutter wurde z.B. gezeigt wie sie mit dem Sammeln von Holz ein Nebeneinkommen für die Familie schaffen kann. Belayinesh erhielt dann die so notwendige Physiotherapie. Heute ist das Mädchen10 Jahre alt. Sie kann mittlerweile ohne Krücken laufen, geht in die Schule und ist gut in das soziale Leben ihrer Familie integriert.

Neuigkeiten aus Burkina Faso

Wednesday, November 4th, 2009

LICHT FÜR DIE WELT unterstützt derzeit in Burkina Faso 7 Gemeindenahe Rehabilitationsprogramme für Kinder mit Behinderungen. Dabei stehen nicht nur therapeutische und medizinische Maßnahmen im Mittelpunkt unserer Arbeit, sondern auch die Bewusstseinsbildung für die Bedürfnisse und Fähigkeiten von behinderten Menschen in der Bevölkerung.

Besonderen Wert legen wir auf die Nachhaltigkeit unserer Projekte. Um diese zu garantieren ist es wichtig, staatliche Stellen in unsere Programme einzubinden. Zu diesem Zweck hat sich Sabine Rehbichler, Projektreferentin von LICHT FÜR DIE WELT, vor kurzem mit der Sozialministerin Burkina Fasos, Pascaline Tamini, getroffen, um diese über die Arbeit von LICHT FÜR DIE WELT zu informieren und Anknüpfungspunkte für eine mögliche Zusammenarbeit zu finden.

(v.l.n.r. Leni Hoegen-Dijkhof (Programm Officer in Burkina Faso, Licht für die Welt), Pascaline Tamini (Sozialministerin Burkina Faso), Elie Bagbila (Rehaexperte ) , Sabine Rehbichler (Projektreferentin Burkina Faso, LICHT FÜR DIE WELT)

Das Treffen verlief äußerst positiv und die Sozialministerin war sehr interessiert an unseren Gemeindenahen Rehabilitationsprogrammen. In Zukunft soll eine Konvention entworfen werden um eine erfolgreiche Zusammenarbeit von LICHT FÜR DIE WELT und dem Sozialministerium zu ermöglichen.