“Behinderte Kinder in Afrika leben oft am Rande der Gesellschaft, werden diskriminiert und vom sozialen Leben ausgeschlossen. Doch ihnen kann geholfen werden: Durch therapeutische Maßnahmen, medizinische Versorgung und Zugang zu Bildung” erzähle ich vergangenen Dienstag einem interessierten Publikum bei der Benefizlesung im Bildungshaus St. Hippolyt. Die Autorin Zdenka Becker und Autor Walter Grond nehmen aktiv an der Veranstaltung teil und lesen gemeinsam zu Gunsten behinderter Kinder in Afrika.
v.l. Prim. Zwiauer (Leiter der Kinder- und Jugendabteilung des LK St. Pöltens), Zdenka Becker, Barbara Schira (Projektleiterin des Kinderpatenschaftsprogramms von LICHT FÜR DIE WELT), Walter Grond
Zdenka Becker liest aus ihren zwei jüngsten Romanen ‚Die Töchter der Róza Bukovská’ und ‚Taubenflug’ zwei kurze Passagen. Walter Grond trägt die Kurzgeschichte ‚Die Keppelfrau’ vor, sowie Ausschnitte aus Franz-Joseph Huainiggs Buch ‚Auch Schildkröten brauchen Flügen’.
Der gebürtige Steirer übernimmt spontan eine Patenschaft: “Ich bin überzeugt, dass LICHT FÜR DIE WELT großartige Arbeit leistet. Ich freue mich sehr, Teil dieses Engagements sein zu können und meinen Beitrag zu leisten um die Situation von behinderten Kindern in Afrika zu verbessern!”
Auch Prim. Zwiauer, Leiter der Kinder und Jugendabteilung ist sofort begeistert und entschließt sich ebenfalls kurzer Hand eine Patenschaft zu übernehmen: “Das Engagement von LICHT FÜR DIE WELT ist beeindruckend und ich unterstütze diese Organisation sehr gerne. Ich war schon öfter in Entwicklungsländern und kenne die Situation von behinderten Kindern in Afrika. Daher habe ich mich heute entschlossen, Pate eines behinderten Kindes zu werden!”
Im vergangenen Jahr konnte LICHT FÜR DIE WELT, dank vielen Unterstützern und Unterstützerinnen, 16.500 Kinder mit Behinderungen rehabilitativ fördern.
Die Autorin Zdenka Becker und der Autor Walter Grond lesen aus Ihren Werken. Prim. Zwiauer, Leiter der Kinder- und Jugendabteilung des Landesklinikums St. Pölten, stützt den Abend durch seine fachliche Expertise. Ich selbst erzähle über das westafrikanische Land Burkina Faso und von Kindern aus den Projekten von LICHT FÜR DIE WELT .
Im Anschluss an die Veranstaltung besteht selbstverständlich noch die Möglichkeit, sich mit den anwesenden Mitarbeiterinnen über das Kinderpatenschaftsprogramm und die Projekte von LICHT FÜR DIE WELT zu unterhalten.
Sie selbst sind verhindert? Dann schicken Sie diese Information an Ihre Familie, Freunde und Bekannte weiter - vielleicht ist jemand dabei, der sich unsere Benefizlesung keinesfalls entgehen lassen will.
Die Lesung beginnt um19.00 Uhr. Der Eintritt ist frei, wir freuen uns jedoch über eine freiwillige Spende zu Gunsten behinderter Kinder in Afrika!
Im südlichen Äthiopien liegt die Stadt Arba Minch. Dort lebt die 10jährige Belayinesh mit ihrer Familie in einer kleinen Hütte. Das Mädchen hat Zerebralparese, kann lange Zeit nicht gehen, nur mühsam sitzen. Ihre Eltern schämen sich für sie.
Meistens sitzt Belayinesh in der Ecke der kleinen Hütte, in der sie mit ihrer Familie lebt. Sie kann aufgrund ihrer Behinderung nicht mit ihren drei Schwestern spielen, nie das Haus verlassen.
Vor eineinhalb tritt der von LICHT FÜR DIE WELT ausgebildete Rehabilitationshelfer Siltanu in das Leben des kleinen Mädchens. Langsam lernt sie mit seiner Hilfe zu laufen, zunächst am Barren, dann mit Krücken.
Heute, nur eineinhalb Jahre später, braucht sie gar keine Hilfsmittel mehr, Belayinesh kann eigenständig gehen! Sogar für das Einladen zur wichtigen Kaffeezeremonie, ein zentrales gesellschaftliches Ereignis in Äthiopien, ist nun Belayinesh zuständig. Das Mädchen ist zum festen Bestandteil des Familienlebens geworden: „Ich danke Gott und bin sehr glücklich, dass meine Kleine jetzt so viel tun kann. Ich kann ihr jetzt so viel Liebe geben!“, verrät Belayineshs Mutter stolz.
Patrick Hafner, Referent für Großspenderkommunikation Licht für die Welt
Patrick Hafner, Referent der Großspenderkommunikation bei LICHT FÜR DIE WELT, ist vor Kurzem von einem Projekteinsatz in Äthiopien zurückgekehrt. Gleich nach seiner Ankunft hat er die Patenschaft für ein behindertes Kind in Äthiopien übernommen. Wie er Äthiopien und unsere Projekte vor Ort erlebt hat, erzählt er exklusiv auf unserem Blog!
Wie hast du Äthiopien empfunden?
Natürlich ist die Qualität der Infrastruktur in Äthiopien nicht vergleichbar mit jener in Europa und gerade in ländlichen Gebieten ist die Lebenssituation noch sehr ärmlich. Doch das Land besticht durch seine freundlichen, offenen Menschen und die wunderschöne Landschaft. Auch hatte ich stets das Gefühl, „da tut sich was“.
Wie ist die Situation für Kinder mit Behinderungen in Äthiopien?
Oft werden Kinder mit Behinderungen von ihren Eltern versteckt. Ich durfte aber einige Kinder kennenlernen, die in ihren ersten Lebensjahren völlig isoliert lebten und nun dank unserer Projekte sehr gut in ihr soziales Umfeld integriert sind und Lebensfreude ausstrahlen.
Welche Projekte für Kinder mit Behinderungen habt ihr besucht?
Wir haben das Rehabilitationsprogramm in Arba Minch, im Süden des Landes besucht. Sehr beeindruckt hat mich die Breite des Gemeindenahen Rehabilitationskonzeptes. Behinderte Kinder werden zunächst identifiziert, dann wird in Gesprächen mit den Eltern herausgefunden, welche Stärken und Schwächen das Kind hat. Die Stärken werden dann gefördert und neue Fähigkeiten erlernt. Die ganze Gemeinschaft wird in den Prozess der Rehabilitation miteinbezogen, um ein Bewusstsein für die Bedürfnisse und Fähigkeiten von Kindern mit Behinderungen zu schaffen.
Welcher Moment oder welches Kind hat dich besonders beeindruckt?
Emotional besonders beeindruckt hat mich der zehnjährige Tamiru. Er kam mit Klumpfüßen auf die Welt, ein Bein musste dem Jungen bereits amputiert werden. Doch trotz seines schweren Schicksals strahlte Tamiru bei unserer ersten Begegnung und versprühte eine so starke Lebensenergie. Das hat mich tief bewegt.
Du hast gleich nach deiner Rückkehr eine Kinderpatenschaft übernommen. Wieso?
Mir war das Konzept der Gemeindenahe Rehabilitation schon vor meiner Abreise bekannt, aber ich dachte nicht, dass mich die Projekte emotional so stark berühren. Beeindruckt hat mich auch wie umfassend die Programme sind. Dazu fällt mir die Geschichte von Belayinesh ein: Das Mädchen ist an Zerebralparese erkrankt (Anm. nähere Infos zu Zerebralparese findet man/frau im Blogeintrag vom 26.2.2010). Bis das Mädchen 8 Jahre alt war, lebte es verwahrlost ohne Zuwendung in der Hütte ihrer Eltern, konnte nur am Boden kriechen. Als der Rehabilitationshelfer auf das Mädchen aufmerksam wurde, begann er erst mit Bewusstseins bildenden Maßnahmen in der Familie. Dann wurde mit einkommensschaffenden Maßnahmen für die Eltern begonnen. Der Mutter wurde z.B. gezeigt wie sie mit dem Sammeln von Holz ein Nebeneinkommen für die Familie schaffen kann. Belayinesh erhielt dann die so notwendige Physiotherapie. Heute ist das Mädchen10 Jahre alt. Sie kann mittlerweile ohne Krücken laufen, geht in die Schule und ist gut in das soziale Leben ihrer Familie integriert.
Dr. Heinz Zwerina, Orthopäde, Verbandsarzt des österreichischen Behindertensportverbandes und ehrenamtliches Mitglied von LICHT FÜR DIE WELT war letzte Woche in unserem Büro in der Niederhofstraße, um 12 wissbegierigen MitarbeiterInnen eine Weiterbildung zum Thema Zerebralparese zu ermöglichen.
Dr. Heinz Zwerina bei Übungen mit einem Kind
Zerebralparese ist eine Bewegungsbehinderung, die durch eine pränatale Beeinträchtigung des motorischen Zentrum des Gehirns entsteht. Kinder mit Zerebralparese haben versteifte Muskeln, was die Beweglichkeit ihrer Arme und Beine einschränkt.
Dr. Zwerina, der selbst bereits mehrfach auf Einsatz in unseren Projektländern war, erklärte auch eindrucksvoll, dass Menschen mit Behinderungen nicht behindert sind, sondern von der Gesellschaft behindert werden. So ist ein Mädchen mit einem Arm in Österreich nur mäßig in ihrem alltäglichen Leben beeinträchtigt, während dasselbe Mädchen in Afrika oder Lateinamerika den Alltag nur schwer meistern könnte. In Entwicklungsländern gehen die Menschen meist Tätigkeiten nach, bei denen sie schwere körperliche Arbeiten verrichten müssen. Mit einem Arm ist das keine leichte Aufgabe.
In Entwicklungsländern haben Kinder mit Zerebralparese kaum eine Chance. Sie können meist nicht ohne Hilfe sitzen, gehen, sprechen oder eigenständig Nahrung aufnehmen. Häufig leben die Kinder versteckt in dunklen Hütten. In Europa herrschen andere Ausgangsbedingungen für Kinder mit Behinderungen. Rehabilitation ermöglicht schon früh eine Verbesserung der Körpersteifheit. Besonders beeindruckt hat mich, dass in Österreich Kinder mit Zerebralparese mit der richtigen Förderung sogar Skifahren lernen können.
Ein afrikanisches Sprichwort sagt: „Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern!“
Screenshot der Banner-Animation (Kampagne 2009)
So hilft uns jeder Link im Internet, um noch mehr Menschen auf die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderungen in Entwicklungsländern aufmerksam zu machen.
Auch Sie können helfen! Verweisen Sie auf www.kinderpate.at durch einen Textlink in Ihrer Emailsignatur, auf Ihrem Blog oder Webseite. Oder platzieren Sie einen unserer Banner auf Ihrer Homepage.
Besonderes Engagement zeigten zu Weihnachten 29 Schüler und eine Schülerin der 3.a Klasse der HTL Weiz: Das alljährliche Wichteln ließen die Schüler ausfallen. Stattdessen sammelte die Klasse 500 Euro für einen guten Zweck, der mit einer Kinderpatenschaft von Licht für die Welt schnell gefunden war.
v.l.n.r.: Schüler Robert Reith, Bettina Höllerbauer, Stefan Kleinhappl, dahinter Klassenvorstand Anton Edl
„Mit unserer besonderen ‚Wichtel’-Aktion wollen wir jene Kinder unterstützen, die unsere Hilfe ganz besonders brauchen: behinderte Kinder in Afrika“, erzählt Anton Edl, Klassenvorstand und Initiator der Aktion. „Wir wollen unsere Patenschaft auch im kommenden Jahr fortsetzen und hoffen, dass weitere Klassen unserem Beispiel folgen werden!“
Durch die beispiellose Aktion der Klasse und dem Einsatz von Anton Edl erhält ein behindertes Kind in Burkina Faso 20 Monate lang die Möglichkeit auf Rehabilitation, medizinische Versorgung und Bildung.
Eislaufschuhe lassen behinderte Kinder in Afrika kalt, 25 Euro hingegen retten ihr Leben: Mit einer brandaktuellen Sozialkampagne anlässlich des Weltkindertages am 20. September 2009 suchen die Agentur PKP BBDO und die österreichische Hilfsorganisation LICHT FÜR DIE WELT Paten, die behinderten Kindern in Entwicklungsländern die Chance auf Rehabilitation, Bildung und ein eigenständiges Leben schenken.
Gestern war Welt-Braille-Tag, ein Tag zu Ehren von Louis Braille, der die heute universelle Blindenschrift erfand. Der Franzose, welcher selbst mit drei Jahren durch eine Verletzung auf beiden Augen erblindete, entwickelte sie 1825 im Alter von nur 16 Jahren.
Braille-Schrift
Die Braille-Schrift besteht aus der Koordination von 6 Punkten in der Höhe und 2 Punkten in der Breite, durch deren Kombination 64 Zusammensetzungen für Zahlen und Buchstaben möglich sind. Erst nach dem Tod von Louis Braille im Jahr 1852 wurde die Blindenschrift in Frankreich eingeführt, 1873 schließlich in Österreich.
Alle 5 Sekunden erblindet ein Mensch auf der Erde. In Entwicklungsländern leben 90% der weltweit 37 Millionen Blinden. Dank Louis Braille haben blinde Menschen ein Instrument, das ihnen Bildung ermöglichen könnte. Doch in armen Ländern existieren oft nicht die finanziellen Mittel, Schulen mit Hilfsmittel für blinde Schüler und Schülerinnen auszustatten.
Deswegen unterstützt LICHT FÜR DIE WELT die Bildung von blinden und anders behinderten Kindern. Ermöglicht wird dies durch die Ausbildung von Sonderpädagogen und der Versorgung von Schulen mit Materialen wie beispielsweise Büchern in Braille-Schrift.
Auch diesen Dezember fand wieder unser alljährlicher Adventspunsch statt. Eine schöne Gelegenheit sich auf Weihnachten einzustimmen und mehr über die Arbeit von Licht für die Welt zu erfahren.
Franz Robert Wagner liest Weihnachtsgeschichten
Rupert Roniger, unser Geschäftsführer, erzählte über Projekte in Äthiopien, einem unserer Schwerpunktländer. Franz Robert Wagner, jahrelanger Unterstützer, Kammerschauspieler und frisch gebackener Großvater, las spannende Weihnachtsgeschichten. Untermalt wurde das Ganze von weihnachtlicher Musik.
Im Anschluss an das Rahmenprogramm gab es Punsch, Kekse und die Gelegenheit, sich mit MitarbeiterInnen über unsere Hilfsprojekte und unseren Arbeitsalltag zu unterhalten. Sowohl unsere SpenderInnen, als auch wir von Licht für die Welt haben den Nachmittag sehr genossen. Wir freuen uns schon wieder auf das nächste Jahr und danken allen Gästen und Mithelfenden für ihr Kommen!