Archive for the ‘Projekte’ Category

20. Dezember

Tuesday, December 20th, 2011
Jedes Kind bringt die Botschaft, dass Gott die Lust am Menschen noch nicht verloren hat. (Rabindranath Tagore)
Diawaratou hat ein verkürztes Bein. Dank spezieller Schuhe kann sie nun normal gehen.

Diawaratou hat ein verkürztes Bein. Dank spezieller Schuhe lernt sie nun unbeschwert zu gehen.

19. Dezember

Monday, December 19th, 2011

Ich möchte euch heute einen Radiobeitrag vorstellen, der vor kurzem auf Radio Arabella zu hören war. Pia Berger und ich sprechen dabei über Kinder mit Behinderungen in Afrika und ihre schwierige Situation. 80 % aller Kinder mit Behinderungen leben in Entwicklungsländern. Sie haben keinen Zugang zu Rehabilitation, medizinischer Versorgung und keine Chance auf Bildung. Ich möchte euch einladen, den Beitrag hier nachzuhören und zu erfahren, wie Hilfe möglich ist: Kinderpatenschaften im Radio

Im Radiobeitrag werdet ihr von Tamiru hören!

Im Radiobeitrag werdet ihr von Tamiru hören!

6. Dezember

Tuesday, December 6th, 2011

Der heilige Nikolaus, dem der heutige Tag gewidmet ist, hat verschiedenen Legenden nach zahlreichen Menschen geholfen. Er ist Schutzheiliger mehrerer Gruppen (z.B. von Seefahrern und Händlern), aber vor allem Schutzpatron der Kinder. Er wird bereits seit Jahrhunderten als Wohltäter der Kinder verehrt.

Den Namenstag Nikolaus’ möchte ich daher nutzen, um mich ganz herzlich bei allen Kinderpaten zu bedanken! Denn nur dank der vielen engagierten Menschen ist es möglich, einer der schwächsten Gruppen der Gesellschaft zu helfen: behinderten Kindern in Afrika! Herzlichen Dank!

Dassiratou Saré hat Deformationen an den Knien

Dassiratou Saré hat eine Kniedeformation

Einsatz für Rechte von Menschen mit Behinderungen

Wednesday, November 23rd, 2011

In Entwicklungsländern wird behinderten Menschen oftmals der Zugang zu grundlegenden Menschenrechten wie Ernährung, sauberem Wasser, Gesundheit, Bildung oder Arbeit verwehrt. Damit sich das ändert, setzt sich LICHT FÜR DIE WELT gemeinsam mit anderen Organisationen für die Rechte von Menschen mit Behinderungen auf Ebene der Vereinten Nationen (UN) erfolgreich ein:
2008 trat die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Kraft. Sie ist die Basis um auf internationaler Ebene behinderten Menschen Zugang zu Entwicklungsprogrammen zu verschaffen: Das bedeutet, dass Bildungsprojekte Kinder mit Behinderungen einbeziehen müssen, Frauenförderungsprojekte müssen auch Frauen mit Behinderungen erreichen.

Menschen mit Behinderungen haben Rechte!

Menschen mit Behinderungen haben Rechte!

Durch den Einsatz von LICHT FÜR DIE WELT konnte 2010 eine wesentliche Resolution bei der UN-Generalversammlung beschlossen werden. Diese drängt dazu, Menschen mit Behinderungen in nationale Programme zur Bekämpfung von Armut (Millenniums-Entwicklungsziele) einzubeziehen. In der Resolution ist auch verankert, dass im September 2012 ein hochrangiges Forum auf UN-Ebene abgehalten wird – Ziel des Forums ist, Maßnahmen zu besprechen, wie Menschen mit Behinderungen in Armutsbekämpfung, Bildung und Gesundheit integriert werden.

Bereits 101 Staaten und die EU haben die UN-Konvention unterzeichnet. Sie verpflichten sich damit, Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsmaßnahmen miteinzubeziehen. Von den Schwerpunktländern von LICHT FÜR DIE WELT haben bereits Äthiopien, Burkina Faso, Indien sowie Bolivien die UN-Konvention unterzeichnet. LICHT FÜR DIE WELT unterstützt Organisationen in Partnerländern (insbesondere Behindertenorganisationen), um sicherzustellen, dass die Konvention auch auf staatlicher Ebene umgesetzt wird.

Kinder mit Behinderungen werden in dieser äthiopischen Schule unterrichtet.

Kinder mit Behinderungen werden in dieser äthiopischen Schule unterrichtet.

Der äthiopische Premierminister Meles Zenawi sagte kürzlich, dass Menschen mit Behinderungen in sozialer, politischer und wirtschaftlicher Teilnahme unterstützt werden müssen. Die äthiopische Regierung will ihnen den Zugang zu Bildung, Ausbildung und Arbeit ermöglichen. Zudem unterstützt sie Aktivitäten, die die Rechte von behinderten Menschen einfordern.

Rehabilitation ist mehr…

Tuesday, November 15th, 2011

Dassiratou wurde mit einer Kniedeformation geboren. Bevor sie ins Rehabilitationsprogramm aufgenommen wird, kann sie nicht  gehen oder alleine das Haus verlassen. Ihre Mutter trägt sie auf dem Rücken und nimmt sie zur Feldarbeit mit. Dassiratou hat Glück, dass ihre Mutter sie in die Welt hinausträgt, denn das ist keine Selbstverständlichkeit. Doch vom Rücken ihrer Mutter aus lassen sich nur schwer Freundschaften schließen. Seitdem Dassiratou mit der Rehabilitation begonnen hat, bewegt sie sich viel und kann auch schon kurze Strecken ohne Hilfe gehen. Sie hat  bereits viele Freunde gefunden, mit denen sie immer wieder gerne im Schatten eines Mangobaums sitzt und spielt.

Dassiratou mit ihren Freunden

Dassiratou mit ihren Freunden

Was Dassiratou uns zeigt, ist, dass Rehabilitation mehr bedeutet als bloß die Verbesserung der körperlichen Situation. Kinder mit Behinderungen werden oft diskriminiert und von der Teilhabe an der Gesellschaft ausgeschlossen. Sie haben viel weniger Möglichkeiten an sozialen Aktivitäten teilzunehmen. Es ist für Kinder aber besonders wichtig ins Familienleben und die Dorfgemeinschaft eingebunden zu werden: Sozialer Kontakt hat einen starken Einfluss auf Identität, Selbstwahrnehmung und auf die Lebensqualität.
Gemeindenahe Rehabilitation bedeutet, dass Kinder mit all ihren Fähigkeiten und als Teil der Gemeinschaft wahrgenommen werden.  So freuen sich Kinder wie Zelalem, wenn sie Verantwortung übernehmen dürfen, indem sie kleine Aufgaben im Haushalt erledigen. Denn das zeigt ihnen, dass sie vollwertige Familienmitglieder sind.

Zelalem freut sich, wenn sie im Haushalt mithelfen darf

Zelalem freut sich, wenn sie im Haushalt mithelfen darf

End Exclusion – Macht mit!

Tuesday, October 18th, 2011

Wenn man die Homepage „End Exclusion“ betritt, wird man mit folgenden Worten empfangen: „Stellen wir uns eine Welt voll Gerechtigkeit und Gleichberechtigung vor, in der Behinderung auch als Potenzial und Talent angesehen wird und alle Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Das Projekt „End Exclusion“ setzt sich dafür ein, Menschen mit Behinderungen in die Millenniums-Entwicklungsziele integrieren

Die acht Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen  sollen bis zum Jahr 2015 Armut reduzieren. Menschen mit Behinderungen wurden in diesen Zielen nicht explizit miteinbezogen. Es gibt jedoch eine Million Menschen mit Behinderungen. Das sind 15 % der Weltbevölkerung; davon leben 80 % in Entwicklungsländern. Menschen mit Behinderungen werden oft grundlegende Menschenrechte verwehrt, was bedeutet, dass sie noch stärker armutsgefährdet sind als andere Gruppen. Das Projekt „End Exclusion“ setzt genau hier an: Menschen mit Behinderungen sollen in Strategien zur Bekämpfung von Armut, vor allem in die Millenniums-Entwicklungsziele, integriert werden.  Nur dann wird die nachhaltige Armutsbekämpfung möglich.

Das Projekt startete im April 2011: Träger sind fünf Organisationen in Österreich (LICHT FÜR DIE WELT), Tschechien, Slowakei und den Niederlanden. Finanziert wird es zu einem großen Teil von der Europäischen Union. Es soll innerhalb der nächsten drei Jahre mittels unterschiedlicher Aktionen die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Integration und Fähigkeiten von Menschen mit Behinderungen lenken. Beispielsweise werden inklusive Musik- und Sportveranstaltungen in  den vier  Partnerländern stattfinden.

Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf Chancengleichheit und die Entwicklung ihrer Fähigkeiten.

Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf Chancengleichheit und die Entwicklung ihrer Fähigkeiten.

Menschen auf der ganzen Welt können sozialen Wandel bewirken und Politiker überzeugen, Menschen mit Behinderungen auf verschiedenen Ebenen zu integrieren. Auch ihr könnt Teil dieses Wandels werden: Schaut auf www.endexclusion.at, twittert mit EU-Politikern, teilt eure Lieblingsvideos über Inklusion, Behinderung, Menschenrechte oder dreht doch einfach selbst ein Video! Vieles ist möglich, und jede kreative, witzige Idee willkommen. Macht mit und seid der Wandel, den ihr in der Welt sehen wollt!

Interview mit Henry Wanyoike

Thursday, September 29th, 2011

Der Kenianer Henry Wanyoike ist blinder Läufer und Leichtathlet, und hat bereits mehrmals Gold gewonnen. Er unterstützt LICHT FÜR DIE WELT und wird auch beim Vienna Night Run mitlaufen.

Henry Wanyoike dreht eine Ehrenrunde nach dem Sieg in Athen 2004

Henry Wanyoike gewinnt Gold bei den Paralympics in Athen 2004

Henry, du hast unglaubliche Leistungen in den letzten Jahren erbracht. Du bist 2008 Paralympics-Sieger geworden, hast 2004 den Marathon in Boston gewonnen und 2002 den damaligen Weltrekord beim  Marathon in Japan gebrochen. Was ist dein Erfolgsgeheimnis?

Mein Erfolgsgeheimnis ist, dass ich hart arbeite und niemals aufgebe. Ich überwinde meine Angst, habe Vertrauen in das Leben und vor allem glaube ich an mich selbst. Ich mache keinen Unterschied zwischen mir und anderen Leuten. Für manches brauche ich vielleicht länger, weil ich blind bin, aber ich gebe immer mein Bestes.

Jetzt fragen sich bestimmt viele: wie schafft es ein blinder Läufer die richtige Bahn zu laufen?

Ich habe einen Begleitläufer, der immer neben mir läuft. Wir sind durch ein Läuferband miteinander verbunden. Mein Begleitläufer sagt mir auch: in ein paar Metern ist eine Kurve nach links. Oder: jetzt geht es bergauf. Mein Begleitläufer ist mein Auge, durch ihn kann ich sehen. Der Begleitläufer muss dich kennen und richtig führen. Das ist der einzige funktionierende Weg.

Wie bist du eigentlich dazu gekommen Läufer zu werden?

Bereits als Kind habe ich davon geträumt ein Athletik-Champion zu werden. In Kenia gibt es sehr viele gute Athleten. In der Schule war ich bereits einer der besten Läufer für 5.000 Meter. Als ich erblindet bin, habe ich immer noch davon geträumt. Ich habe später dann Mut gewonnen und versucht einen anderen und neuen Weg zu finden trotz der Blindheit einen Marathon zu laufen. Nichts ist unmöglich. Man kann alles erreichen, wenn man nur an sich selbst glaubt.

Als du erblindet bist, wurdest du in einem Rehabilitationsprojekt der Christoffel Blindenmission (heute in Österreich: LICHT FÜR DIE WELT) unterstützt. Wie wurde dir geholfen?

Ich wurde wirklich sehr unterstützt. Im Rehabilitationszentrum haben sie mir geholfen unabhängig zu werden. Ich habe gelernt  Braille-Schrift zu schreiben und zu lesen und mit dem Blindenstock umzugehen. Und ich habe andere blinde Leute getroffen. Das hat es mir möglich gemacht, mich selbst zu akzeptieren. Es hat dann noch zwei Jahre gebraucht, bis ich realisiert habe, dass ich trotz meiner Blindheit Läufer werden kann.

Henry Wanyoike und Joseph Kibunja unterstützen LICHT FÜR DIE WELT

Henry Wanyoike und Joseph Kibunja unterstützen LICHT FÜR DIE WELT

Du selbst unterstützt auch sehr viele Menschen in Kenia. Zum Beispiel hast du eine Schule in Kikuyu gegründet, oder besuchst Schulen für blinde Menschen, um ihnen Mut zu machen. Kannst du mir ein bisschen über die Projekte erzählen, die du unterstützt?

Als ich realisiert hatte, dass ich die Weltmeisterschaft gewonnen habe, war es mir sehr wichtig auch anderen Leuten zu helfen. Ich wollte der Gemeinschaft etwas zurückgeben. Deswegen habe ich eine Foundation gegründet, um anderen zu helfen. Ich mache auch Schulbesuche, nicht nur für Kinder mit Behinderungen. Es ist wichtig zu zeigen, dass es im Leben viele Möglichkeiten gibt, und den Kindern zu sagen: Zerstört eure Zukunft nicht, nehmt euer Leben in die Hand! Ich versuche ein Vorbild für blinde Menschen zu sein, denn ich möchte ihnen und der Gemeinschaft zeigen, dass auch Menschen mit Behinderungen sehr viel erreichen können, wenn sie Unterstützung erhalten. Es liegt sehr viel an der Einstellung und darum wie man eine Behinderung betrachtet. Auch ich habe Unterstützung erhalten und dadurch eine Menge Chancen bekommen. Es macht mich glücklich, wenn ich anderen helfen kann, das ist für mich wahrer Erfolg.

Du läufst ja zum wiederholten Male beim Vienna Night Run mit und unterstützt damit LICHT FÜR DIE WELT. Was hältst du vom Vienna Night Run?

Es bedeutet mir sehr viel, weil ich sehr glücklich über die Arbeit von LICHT FÜR DIE WELT  bin. Sie helfen Leuten mit Behinderungen und verschaffen ihnen Möglichkeiten. In dieser Arbeit steckt sehr viel Schweiß und Energie. Es werden sehr viele Menschen unterstützt – ihnen wird Hoffnung gegeben, sie können auf einmal eine Zukunft sehen. Das bedeutet sehr viel. Ich bin glücklich beim Vienna Night Run mitlaufen zu können, und Menschen zu zeigen, dass man auch mit einer Behinderung sehr viel erreichen kann.

Michael Buchleitner ist dieses Jahr dein Begleitläufer. Wie lange kennt ihr euch schon und was verbindet euch?

2004 hat unsere Freundschaft begonnen. Wir haben gemeinsam eine Goldmedaille im 5.000 Meter-Lauf gewonnen. Das war das erste Mal, dass ich mit jemand so einen Erfolg hatte, der nicht aus Kenia war. Mittlerweile sind wir sehr gute Freunde.

Henry Wanyoike läuft mit Beigleitläufer Michael Buchleitner

Henry Wanyoike läuft mit Begleitläufer Michael Buchleitner

Du wirst im Dokumentarfilm „Du bist Gold“ eine der drei Hauptrollen spielen. Was erwartest du dir von dem Film?

Dieser Film zeigt was Menschen mit Behinderungen durch Unterstützung erreichen können. Dadurch haben sie großartige Möglichkeiten. Das ist sehr wichtig, denn es macht Mut und gibt Vertrauen ihn sich selbst. Es ist eine große Ehre, bei dem Film mitzumachen.

Und nun noch zum Schluss: Durch dein Handeln motivierst du sehr viele Menschen, und machst ihnen Mut. Hast du vielleicht noch eine Botschaft für die Menschen?

Meine Botschaft ist: Bleibt fokussiert und gebt nicht so leicht auf! Verfolgt eure Träume, denn nichts ist unmöglich!

Vielen Dank, Henry!

Das Recht eines jeden Kindes

Wednesday, September 21st, 2011

Gestern, am 20. September, wurde der Weltkindertag in Österreich gefeiert. Dieser Tag soll auf die Situation von Kindern in der ganzen Welt aufmerksam machen. Ich möchte diesen Tag nutzen um mit euch einen Blick auf die Rechte von Kindern mit Behinderungen zu werfen.

Obwohl es selbstverständlich erscheint, dass Kinder Zugang zu Bildung und Gesundheit haben sollten, bleibt dieser vielen Kinder verwehrt. Vor allem Kinder mit Behinderungen haben in Entwicklungsländern kaum die Möglichkeit eine Schule zu besuchen. Bloß 2 Prozent aller behinderten Kinder besuchen die Schule! Warum ist das so?

Körperliche Behinderungen haben meist zur Folge, dass Kinder den Schulweg nicht zurücklegen können. Ist ein Körperteil wie z.B. die Hand von einer Behinderung betroffen,  können die Kinder ohne spezielle Förderung nicht schreiben lernen. Blinde und gehörlose Kinder haben kaum je die Chance auf Bildung.

Was lässt sich nun dagegen tun? Und wie können wir behinderten Kindern trotzdem Zugang zu Bildung ermöglichen?  Im Rahmen der  Gemeindenahen Rehabilitation besuchen Rehabilitationshelfer das Kind zu Hause. Denn als erstes müssen die Kinder lernen, sich möglichst eigenständig zu bewegen. Zum Beispiel  machen die Rehabilitationshelfer mit den Kindern Übungen um ihre Muskeln zu stärken und sorgen, wenn nötig, für medizinische Untersuchung und Behandlung. Je früher ein Kind in das Rehabilitationsprogramm aufgenommen wird, desto besser sind die Chancen sich bald selbständig bewegen zu können. Und dann wird auch der Weg in die Schule möglich. Frank beispielsweise konnte früher seine Beine kaum bewegen. Durch die Rehabilitation und tägliche Übungen schafft er den Schulweg nun ganz alleine.

Frank (Mitte) hat erst durch die Rehabilitation gelernt zu gehen.  Nun kann er die Schule selbständig zu Fuß besuchen.

Frank (Mitte) hat erst durch die Rehabilitation gelernt zu gehen. Nun kann er die Schule selbständig zu Fuß besuchen.

Weiteres setzt sich LICHT FÜR DIE WELT dafür ein, dass Kinder mit Behinderung in Schulen in ihrer Umgebung integriert und unterrichtet werden.  Dabei werden auch Lehrer speziell ausgebildet und spezielle Unterrichtsmaterialien wie Braille-Schreiber besorgt, um inklusiven Schulunterricht möglich zu machen.  Dass das möglich ist sehen wir an Victoria. Trotz Koordinationsschwierigkeiten kann sie durch die Unterstützung ihrer Lehrerin dem Unterricht folgen und bereits ihre ersten Sätze schreiben.

Victoria wird von ihrer Lehrerin im Unterricht speziell unterstützt.

Victoria wird von ihrer Lehrerin im Unterricht speziell unterstützt.

Natürlich muss noch viel getan werden, damit alle Kinder Zugang zu Bildung erhalten. Auf dem Weg dorthin kann uns aber folgendes afrikanisches Sprichwort Hoffnung geben: „Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte gehen, können das Gesicht der Welt verändern.“

Auch diese Schule in Arba Minch (Äthiopien) freut sich über Schüler mit Behinderungen.

Auch diese Schule in Arba Minch (Äthiopien) freut sich über Schüler mit Behinderungen.

Kleiner Junge, große Schritte

Thursday, September 8th, 2011

Eine Kinderschar tollt jauchzend durch den Turnsaal. Einige spielen, andere machen Rehabilitationsübungen. Viel wird gelacht, aber ein Lachen fällt besonders auf. Es ist das des 2-jährigen Sarehe, der fröhlich seine Übungen an einer Stehhilfe macht. Seine gute Laune ist im ganzen Raum spürbar. Doch das war nicht immer so.

Das fröhliche Lachen des kleinen Sarehe ist weithin hörbar.

Das fröhliche Lachen des kleinen Sarehe ist weithin hörbar.

Sarehe ist zwei Jahre alt und lebt in Tansania. Er kommt mit einem Zwillingsbruder auf die Welt. Die ersten Monate nach der Geburt ahnt niemand, dass Sarehe behindert ist. Während sein Bruder bald sitzen kann und stehen lernt, kann Sarehe nur liegen. Jegliche Bemühungen seiner Mutter Zena Said bleiben erfolglos. Denn Sarehe wurde mit Zerebralparese geboren, einer Behinderung, die seine Muskeln lähmt. Sarehes Mutter macht sich Sorgen um ihren Sohn. Sie muss sich alleine um ihre beiden Buben kümmern und möchte gerne vormittags arbeiten und Geld verdienen, aber sie weiß nicht, wo Sarehe betreut werden kann.

Sarehes Mutter Zena Said ist stolz auf ihren Sohn.

Sarehes Mutter Zena Said ist stolz auf ihren Sohn.

Doch dann erfährt sie von einem Rehabilitationszentrum für Kinder, das von LICHT FÜR DIE WELT unterstützt wird. In dieser Tagesstätte werden behinderte Kinder betreut. Die Rehabilitationshelfer machen individuell angepasste Übungen mit ihnen und fördern sie spielerisch, und was das Wichtigste ist: Die Kinder haben viel Spaß dabei.

Auch der kleine Sarehe wird hier gefördert. Er hat eine orthopädische Stehhilfe bekommen, an der seine Muskeln gestärkt werden. Anstrengend ist das Üben, doch das lässt sich Sarehe überhaupt nicht anmerken. Ganz im Gegenteil. Er ist eifrig bei der Sache und seine Augen strahlen vor Freude.

Im Rehabilitationszentrum in Tansania werden behinderte Kinder wie Sarehe betreut.

Im Rehabilitationszentrum in Tansania werden behinderte Kinder wie Sarehe betreut.

“Sarehe weint fast nie”, sagt seine Mutter und stützt Sarehe sanft an der Stehhilfe,”seine Rehabilitationsübungen machen ihm immer wieder große Freude! Er merkt, dass er Fortschritte macht, und das motiviert uns beide!” Mit dieser Freude und der  Unterstützung seiner Familie und im Rehazentrum ist Sarehe auf dem Weg in eine eigenständige Zukunft.

Mangelernährung als Ursache für Behinderung

Thursday, August 25th, 2011

Die Hungerkrise am Horn von Afrika ist eine der schlimmsten Dürren, die es seit Jahrzehnten in Ostafrika gegeben hat. Ich möchte die Hungersnot in Ostafrika zum Anlass nehmen, um über eine der Ursachen von Behinderung zu schreiben. Wenn wir verstehen, wie und warum Behinderungen entstehen, dann können wir Maßnahmen setzen um das bestmöglich zu verhindern.

Mangelernährung ist neben Infektionskrankheiten, angeborenen Erkrankungen, Unfällen, etc. ein möglicher Grund für die Entstehung einer Behinderung. Mangelernährung bedeutet hier nicht nur, dass zu wenig Nahrung vorhanden ist. Es bedeutet vor allem, dass lebenswichtige Vitamine, Mineralstoffe, Proteine oder Spurenelemente dem Körper nicht ausreichend zugeführt werden.

Kinder und schwangere oder stillende Frauen sind von Mangelernährung besonders betroffen. Während der Schwangerschaft ist eine ausgewogene bzw. ausreichende Ernährung sehr wichtig für die werdende Mutter und ihr Kind. Fehlernährung kann hingegen , genau wie Unterernährung, auf Dauer zu Missbildungen des Kindes und damit zu einer Behinderung führen.

Auch für Babys und Kleinkinder kann eine unzureichende Ernährung gefährlich werden: Fehlen bestimmte Vitamine oder Nährstoffe (z.B. Jod, Eisen, Zink) über einen längeren Zeitraum, dann kann das zu einer Wachstumsstörung,  körperlichen und/oder geistigen Behinderungen führen. Vitamin A-Mangel ist übrigens die häufigste Ursache für das Erblinden von Kindern.

LICHT FÜR DIE WELT leistet in zwei besonders stark betroffenen Regionen Äthiopiens Soforthilfe. Vor allem Kleinkinder und werdende Mütter, aber auch Menschen mit Behinderung, die aufgrund ihrer Beeinträchtigung noch viel schwerer an Nahrungsmittelhilfe gelangen, werden mit lebenswichtigen, vitaminhaltigen Nahrungsmitteln versorgt.

Mutter und Tochter am Horn von Afrika

Mutter und Tochter in Äthiopien