
Hanna Jovanovic mit der siebenjährigen Madima, die in einem von LICHT FÜR DIE WELT unterstützten Gemeindenahen Rehabilitationsprogramm betreut wird.
Hanna Jovanovic, seit 5 Jahren ehrenamtliches Vorstandsmitglied von LICHT FÜR DIE WELT, war vor Kurzem auf Projekteinsatz in Burkina Faso. Für die ausgebildete Physiotherapeutin war es die erste Reise nach Afrika und der erste Besuch in unseren Projekten. Ihre Eindrücke hat Hanna Jovanovic nach der Reise in einem kurzen Interview mit mir geteilt:
Was hat dich in Burkina Faso besonders beeindruckt?
Begeistert hat mich die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen und das Engagement aller Beteiligten. Von den Augenärzten bis hin zu den Büroangestellten waren die einheimischen MitarbeiterInnen von LICHT FÜR DIE WELT mit großer Motivation bei der Sache!
Wie hast du die Kultur und die Menschen des Landes erlebt?
In Burkina Faso herrscht ein ganz anderes Zeitgefühl, in vielen Dingen liegt eine unglaubliche Ruhe. Obwohl unser Programm sehr dicht war, ist nie Hektik entstanden.
Was von der Reise nimmst du für deine Arbeit als Physiotherapeutin mit?
Was für ein Privileg es ist, eine Physiotherapie zu bekommen und wie viel man mit wenig Therapiemöglichkeiten erreichen kann, wenn man Angehörige von behinderten Kindern aufklärt, schult und einteilt. In den Projekten von LICHT FÜR DIE WELT übernehmen Eltern einen sehr großen Teil der Physiotherapie. Die RehahelferInnen besuchen die Kinder zwar und zeigen der Familie Übungen, es liegt aber an den Eltern, diese mit den Kindern regelmäßig durchzuführen.
Wie beurteilst du die Situation behinderter Kinder in Burkina Faso?
Ich habe nur Kinder in den Projekten von LICHT FÜR DIE WELT kennen gelernt und dort hatte ich das Gefühl, sie werden von ihren Familien gefördert und erhalten Aufgaben, was in Afrika sehr wichtig ist! Ich hatte das Gefühl, dass die bewusstseinsbildenden Maßnahmen der Gemeindenahen Rehabilitationsprogramme von LICHT FÜR DIE WELT Wirkung zeigen.
Wie beurteilst du die therapeutischen Maßnahmen in unseren Projekten im Vergleich zu österreichischen Therapieformen?
Die Therapieformen sind meist die gleichen! Nehmen wir als Beispiel ein Kind mit Zerebralparese, das seine Beine wegen hoher Spasmen nicht bewegen kann: In Österreich wird dieses Kind auf einem elektrischen Stehbrett stehen, in Burkina Faso bindet man das Kind an eine Säule. Die Wirkung ist die gleiche, nur die Mittel sind andere. Es ist im Prinzip egal, ob ein Gehbarren selbst geschnitzt ist oder von einer europäischen Firma hergestellt wird. Der Effekt ist derselbe.
Gibt es ein Kind, das dich besonders beeindruckt hat?
Ja, die siebenjährige Madima. Sie hat Zerebralparese und konnte bis im Alter von 6 Jahren nicht laufen. Nach einem halben Jahr Therapie und nur 4 Besuchen des Rehahelfers konnte sie gehen. Heute kann Madima die Schule besuchen und begleitet ihre Mutter zum Markt. Ich habe mit Madima einige physiotherapeutische Übungen gemacht. Sie ist sehr offen auf mich zugegangen und wir haben uns ohne Worte verstanden. Das war ein sehr schönes und beeindruckendes Erlebnis für mich.
Du bist selbst Kinderpatin bei LICHT FÜR DIE WELT, was sind deine Beweggründe?
Ich möchte Kindern mit Behinderungen Rehabilitation ermöglichen und damit ein selbständiges Leben! Ich finde es schlimm, dass Kinder nicht die Therapie bekommen, die sie brauchen. Eine Patenschaft bei LICHT FÜR DIE WELT hilft Kindern, die sonst keine Chance auf Rehabilitation hätten.