Gestern, am 29. Jänner, wurde der Welt-Lepra-Tag begangen. Lepra ist eine Infektionskrankheit, die die Haut und das Nervensystem zerstört. Sie wird als einer der größten Verstümmeler bezeichnet, denn eine Folge der Erkrankung sind – zum Teil schwere - Behinderungen. Lepra ruft diese jedoch nur indirekt hervor. Denn das Bakterium schädigt die Haut und die Nerven, was zu Gefühllosigkeit führt. Dadurch, dass die Erkrankten vor allem in Händen und Füßen kaum etwas spüren, verletzen sie sich leicht. Diese Wunde entzündet sich schnell. Doch der leprakranke Mensch verspürt keinen Schmerz, was auch das Fatale an der Krankheit ist. Denn ohne Schmerzen kommt die Wundversorgung oft zu spät, und die Gliedmaßen sterben nach und nach ab.

"Wer will uns denn schon..." sagt diese Frau im Lepra-Dorf.
Auch in Äthiopien sucht die Lepra immer wieder Menschen heim. LICHT FÜR DIE WELT unterstützt in Ambo ein Lepra-Dorf, in dem über 90 Menschen leben. Hier erlernen die Erkrankten im Gemeindenahem Rehabilitationsprogramm trotz fehlender Gliedmaßen notwendige Fertigkeiten, wie sich anzukleiden oder zu waschen. Wegen dem erhöhten Erblindungsrisiko, das Lepra-Patienten trifft, werden die Bewohner auch augenmedizinisch von LICHT FÜR DIE WELT betreut.
Doch die Lepra bringt nicht nur Behinderungen mit sich, sondern führt auch zu sozialer Ausgrenzung. „Wer will uns schon…“ sagt eine Frau im Dorf und gibt zu erkennen wie schlimm die Stigmatisierung für sie ist. Auch für die 30 Kinder im Lepradorf ist die Situation schwierig. Denn obwohl sie dank medikamentöser Behandlung der Eltern keinem Infektionsrisiko ausgesetzt sind, nehmen die Schulen der Umgebung sie nur widerwillig auf.

Gurara Kitila, Präsident des Vereins der von Lepra betroffenen Menschen.
Dennoch haben viele der Bewohner des Lepra-Dorfes Hoffnung geschöpft. Denn seit LICHT FÜR DIE WELT das Dorf unterstützt, verändert sich einiges. Gurara Kitilia, Präsident des Vereins der von Lepra betroffenen Menschen in Ambo, meint: „Wir haben erkannt, dass auch wir Rechte haben und mehr sein können als unerwünschte Bettler am Straßenrand.“ So wird ein Arbeitsprogramm auf die Beine gestellt, an dem sich immer mehr Bewohner des Dorfes aktiv beteiligen. Gurara Kitilia ist zuversichtlich, und trotz aller Schwierigkeiten meint er lächelnd: „Die Zeiten werden besser, seit wir an uns glauben und uns besser organisieren.“

Chris Lohner kennt keine Berührungsängste.
Doch auch andere glauben an die Menschen aus dem Lepra-Dorf. Wie Chris Lohner, Good Will Ambassador von LICHT FÜR DIE WELT, die das Dorf in Ambo besucht hat. Sie zeigt, dass sie keine Berührungsängste hat und verbreitet damit Fröhlichkeit unter den Kindern des Dorfes.